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HIMMLISCHE SCHATTENSPIELE - WER BEDECKT WEN?

Als Ekliptik bezeichnet man die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel im Jahreslauf. Es handelt sich dabei um die Projektion der Erdbahnebene gegen den Fixsternhintergrund. Alle großen Planeten und der Erdmond bewegen sich auf Bahnen um die Sonne, die nur um wenige Bogengrade gegen die Erdbahnebene geneigt sind. Deshalb findet man diese Himmelskörper am Firmament stets in der Nähe der Ekliptik. Da ihre Bahnen sich kreuzen, kommt es ab und an zu gegenseitigen Bedeckungen von Sonne, Mond und Planeten (Sehr guter Übersichtsartikel von Erich Weber: Schattenspiele am Himmel - pdf, 230 kb). Außerdem ziehen Mitglieder unseres Planetensystems bisweilen vor Fixsternen her. Wir wollen uns hier nur mit solchen Bedeckungsereignissen befassen, an denen Sonne und Mond, die hellen Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sowie helle Fixsterne beteiligt sind.

Folgende Typen von Bedeckungen sind zu unterscheiden:

1. Bedeckungen von hellen Fixsternen durch die Sonne
Regulus, der Hauptstern des Löwen, liegt fast genau auf der Ekliptik. Deshalb wird er einmal im Jahr von der Korona der Sonne bedeckt. Wegen der gewaltigen Helligkeit unseres Zentralgestirns ist das jedoch - wenn überhaupt - allenfalls mit Hilfe eines Koronographen zu beobachten.

2. Bedeckungen von hellen Fixsternen durch den Mond
Neben Regulus liegen auch Aldebaran (Sternbild Stier), Spica (Sternbild Jungfrau) und Antares (Sternbild Skorpion) nahe genug an der Ekliptik, um gelegentlich vom Mond bedeckt zu werden. Weitere Details finden Sie auf einer separaten Seite.

3. Bedeckungen von hellen Fixsternen durch Planeten
Aldebaran, Regulus, Spica und Antares können auch von Planeten bedeckt werden. Es handelt sich hierbei um außerordentlich seltene Himmelsereignisse. Berechnungen mit spezieller Software ergeben für den Zeitraum 1 n.Chr. bis 4000 n.Chr. gerade einmal 19 solcher Bedeckungen (durchschnittlich alle 210 Jahre!), in allen Fällen durch die Planeten Merkur und Venus. Zuletzt gab es am 07.07.1959 eine Bedeckung des Regulus durch die Venus. Dieses Ereignis wird sich am 01.10.2044 wiederholen.
Etwas häufiger sind Bedeckungen heller Sterne durch einen der zahlreichen Asteroiden. Da deren Bahnen vielfach stark gegen die Erdbahn geneigt sind, können auch weiter von der Ekliptik entfernte Sterne wie z.B. Beteigeuze bedeckt werden. Näheres dazu gibt es auf einer Seite von Denis Denissenko.

4. Bedeckungen von Planeten durch die Sonne
Planetenbedeckungen durch die Sonne sind gar nicht einmal so selten, wegen der enormen Helligkeit unseres Zentralgestirns aber allenfalls mit Hilfe eines Koronographen zu beobachten.

5. Bedeckungen der Sonne durch Planeten
Die inneren Planeten Merkur und Venus können in unterer Konjunktion die Sonnenscheibe überqueren. Da ihr scheinbarer Durchmesser im Vergleich zu dem der Sonne winzig ist, spricht man hier nicht von Bedeckungen, sondern von Durchgängen oder Transiten. Merkurtransits und vor allem Venustransits gehören zu den seltensten und faszinierensten Himmelsereignissen.

6. Bedeckungen der Sonne durch den Mond
Zwei- bis fünfmal im Jahr bedeckt der Mond die Sonne teilweise oder ganz - es ist Sonnenfinsternis.

7. Bedeckungen von Planeten durch den Mond
Planetenbedeckungen durch den Mond sind von einem beliebigen Ort der Erdoberfläche aus durchschnittlich alle 1 bis 2 Jahre sichtbar. Weitere Details finden Sie auf einer separaten Seite.

8. Gegenseitige Bedeckungen von Planeten
Im Jahre 1818 zog Venus vor dem Jupiter her. Erst 247 Jahre danach, nämlich am 2.11.2065, kommt es zur nächsten gegenseitigen Bedeckung von 2 Planeten, wiederum zwischen Venus und Jupiter. In den folgenden 68 Jahren gibt es dann aber noch 8 weitere gegenseitige Planetenbedeckungen. Bezieht man Uranus und Neptun mit ein, so ist durchschnittlich alle 32,5 Jahre irgendwo auf der Erde ein solches Ereignis zu beobachten, deutlich häufiger als z.B. ein Venustransit. Die große Lücke zu unseren Lebzeiten ist also lediglich ein statistischer Ausreißer. Weitere Infos: Marco Peuschel, Larry Bogan und Ian Curtis.

Selbstverständlich nimmt auch unsere Erde am Tanz der Himmelskörper teil. So hätte z.B. ein Beobachter auf dem Mars im Jahr 1984 einen Erdtransit vor der Sonnenscheibe beobachten können. Daß die Erde Bedeckungsereignisse verursacht, merken wir aber nur dann, wenn sie auf dem Mond eine Sonnenfinsternis produziert. Wir nehmen das dann als Mondfinsternis wahr. Von unserem irdischen Standpunkt aus ist es aber eben keine Bedeckung eines Himmelskörpers, sondern ein Schattendurchgang.